Südtiroler Weißburgunder – elegante und rassige Höhenflüge

Südtiroler BergweltIm Spätsommer und Herbst zeigt sich Südtirols Bergwelt von ihrer prächtigsten Seite. Dann ist es Zeit, die Wanderstiefel auszupacken und die atemberaubenden Alpen- und Dolomitengipfel zu erklimmen. Jetzt, wenn die Tage nicht mehr ganz so heiß sind, herrscht brilliante Fernsicht und die Licht- und Farbspiele in der Natur erscheinen märchenhaft.

Wen dann am Abend nach einem erfüllten Wandertag inmitten dieser spektakulären hochalpinen Naturlandschaft die Lust auf ein erfrischendes Gläschen Weißwein packt, der kann aus einem schier unermesslich großen regionalen Angebot schöpfen. In den Tälern von Etsch und Eisack entstehen Weißweine von beachtlichem Format, allesamt ungemein frisch, saftig und von der Klarheit der herbstlichen Bergwelt beseelt. Aus der Menge dieser wundervoll trinkigen Spaßweine, ragen einige Gewächse aus der Rebsorte Weißburgunder heraus. Sie sind bislang wenig imageträchtig und hierzulande allenfalls einigen Liebhabern bekannt, aber sie bieten so vorzüglichen Trinkgenuss und strahlen so viel Heiterkeit aus, dass sie es verdienen, einem größeren Publikum vorgestellt zu werden.

Mit ihrem blumig-frischen, birnen-fruchtigen Aroma, dem feinen Honigton und den zarten Hefenoten strahlen sie eine so vergnügte Leichtigkeit und Wärme aus, dass man gar nicht anders kann, als sie ohne zu zögern ins Herz zu schließen. Am Gaumen sind die Besten stets zart und wundervoll balanciert, meist mittelgewichtig, mit feiner Säure, angenehm cremiger Textur und einer leicht salzigen Mineralik im Finale. Sie besitzen einen ungemein frischen Geschmack mit Apfel- und Birnenaromen, manchmal machen sich auch Noten von Tabak, Kräutern und Nüssem bemerkbar.

Niemand kann ernstlich daran zweifeln, dass die Natur die mineralienreichen Hang- und Hügellagen im Etschtal zwischen Meran und Salurn und im Eisacktal zwischen Klausen und Brixen mit nahezu optimalen Voraussetzungen für den Weinbau ausgestattet hat. Das Gebiet liegt südlich des Alpenhauptkammes und befindet sich dadurch im Bereich des warmen, mediterranen Wettereinflusses. Da sich parallel auch alpine und kontinentale Einflüsse zeigen, ergeben sich je nach Höhe, Lage und Ausrichtung der Weinberge eine große Vielzahl mikroklimatischer Konstellationen. In der Höhe herrschen auch im Hochsommer gemäßigte Temperaturen, während in den tieferen Lagen Stechpalmen, Zypressen und Oleander Zeugnisse mediterraner Vegetation liefern. Die relativ großen Differenzen zwischen Tages- und Nachtemperaturen bewahren wertvolle Fruchtsäure und sorgen im Wein für Frische und Eleganz.

Doch weder die einzigartigen Boden- und Klimabedingungen noch die Verfügbarkeit einer hochwertigen Rebsorte wie dem Weißburgunder garantieren für sich allein hochklassige Weinqualitäten. Es braucht Menschen, die das natürliche Potenzial erkennen, es pflegen und kultivieren und ihm in ständiger Auseinandersetzung delikate Früchte entlocken. Erst die tiefe Sinn- und Absatzkrise unter den Südtiroler Winzern in den 1980er Jahren beförderte jene Talente und Charaktere hervor, deren Unternehmergeist, Kreativität und Weitsicht es zu verdanken ist, dass Südtirol heute zu den feinsten Adressen in der Welt der Weißweine gerechnet wird.

Empfehlenswerte Produzenten
KG St. Michael, KG Schreckbichl, KG Bozen, KG Girlan, KG Terlan, KG Meran, KG Tramin, KG Erste & Neue, KG Nals-Margreid, Alois Lageder, Elena Walch, Manicor, Pfitscher, Pichler, Tiefenbrunner, Hofstätter

Weißburgunder zum Essen
Fisch, Hecht in Sahnesauce, Fischsuppe; Käse und Eierspeisen; geschmortes Kaninchen, Backhähnchen, Steinpilz-Risotto, Quiche Lorraine, Pasta und Pesto, grünes Thai-Curry

Kommentare

  1. Auch wenn wir die Weine nicht im Programm haben, so kann ich die Weine von Armin Kobler (Weinhof Kobler) aus Magreid sehr empfehlen. Armin ist auch sehr aktiv bei Facebook. (www.kobler-magreid.com)

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